Vom Campus in den Hafen: Vorlesung an Bord eines Containerschiffes

Die Vorlesung Seeschifffahrt steht an der DAV für alle Kursteilnehmer der Fachwirte für Güterverkehr und Logistik auf dem Stundenplan. Was so trocken als Verkehr von Schiffen zum Zweck der gewerblichen Beförderung von Gütern und Personen auf Meeren und Ozeanen auf Wikipedia definiert ist, hat im echten maritimen Leben oft gigantische Ausmaße. Um diese hautnah erfahren zu können geht es für uns immer wieder auf Exkursion.


Vor drei Wochen hieß das Exkursions-Ziel Hapag-Lloyd im Hamburger Hafen. Das Unternehmen ist eine der weltweit führenden Linienreedereien und ermöglichte uns einen Besuch ihres Containerschiffes MS LINAH.
Hapag-Lloyd ist weltweit führend!

Die Flotte von Hapag-Lloyd umfasst 219 Containerschiffe (Stand 30. Juni 2017), die gesamte Stellplatzkapazität der Hapag-Lloyd Flotte beträgt rund 1,6 Millionen TEU - Twenty-foot Equivalent Unit, ein Maß für Kapazitäten von Containerschiffen und Hafenumschlagsmengen.
Für den Transport der Ladung verfügt Hapag-Lloyd über einen Containerbestand von eigenen oder geleasten Containern mit einer Kapazität von etwa 2,3 Millionen TEU, die für den Transport verschiedenster Güter einsetzbar sind – unter anderem auch für Ladungen mit überdimensionalen Abmessungen und Kühlgut.


Die DAV-Fachwirte in Begleitung von Rita Manke (m.) konnten Seeschifffahrt live auf dem Containerschiff MS LINAH erleben

Wie funktioniert "ein seegängiger LKW"?

Mit der MS LINAH konnten wir die zweitgrößte Schiffsklasse von Hapag Lloyd besuchen und uns auf einer Stellkapazität von 15.000 bis 18.000 Containern bewegen. Vom Maschinenraum, Vor- und Entsorgung, Schleusen, Zylinder, Schiffsschraube bis zur Brücke. Die Länge der Wege über das Schiff war beeindruckend! Es ging immer wieder rauf und runter, teilweise über Treppen die eher einer steil aufsteigenden Leiter ähnelten.

Während unseres Aufenthalts wurde die MS LINAH an der Vorder- und Rückseite be- und entladen. Etwa drei Minuten braucht ein Kranbrückenfahrer, um einen Container mit dem sogenannten "Spreader" zu greifen, ihn anzuheben und an Land wieder abzusetzen. Rund um die Uhr werden pro Terminal mit bis zu fünf Brückenkränen im Schichtbetrieb etwa 2.500 dieser Stahlboxen bewegt. So ist es den Containerschiffen möglich, den Hafen in der Regel bereits nach 24 Stunden wieder zu verlassen.

Für uns alle war es beeindruckend, die Dimensionen dieses modernen maritimen Transportmittels zu erleben - besonders aber für alle, die ihre Heimat in Bayern und Baden-Württemberg haben. In der Tat sind Containerschiffe seegängige LKWs, wie der amerikanische Transportunternehmer und Gründer der Containerschifffahrt Malcom McLean seinerzeit sein neues Geschäftsmodell treffend umschrieb.

Weitere technische Daten zum Schiff findet ihr hier.