Express-Lieferungen über Nacht: DAV besucht UPS

Der Onlinehandel boomt, und die Paketlogistik läuft auf Hochtouren. Ein spannendes, umfangreiches Thema, dem die Logistik-Studenten der DAV im vergangenen Sommer nachgegangen sind und sich den Kölner Standort von UPS einmal genauer angeschaut haben.


Spontane Kaufentscheidungen, Last-minute-Geschenke, niedrige oder gar keine Versandkosten, Lieferung über Nacht: Was das für ein Versandunternehmen wie UPS bedeutet, nicht nur an Weihnachten, sondern das ganz Jahr über, konnten unsere Studenten am UPS Air Hub Köln/Bonn live beobachten.
Für das 440.000 Mitarbeiter starke und weltweit operierende Unternehmen ist hier das Drehkreuz für Europa. Der US-amerikanische Logistikkonzern ist an diesem Standort seit 1986 tätig und betreibt auf mehr als 105.000 Quadratmetern eines der weltweit modernsten Sortierzentren für Expressfracht - für Lieferungen nicht nur nach ganz Deutschland, sondern auch in die USA und nach Asien. Der Standort Köln/Bonn liegt geografisch geschickt: mitten in Europa, die Flugzeit in alle Richtungen ist etwa gleich lang.

Beim Ausflug zu später Stunde durfte ein kleiner Abstecher zum Kölner Dom natürlich nicht fehlen

Unsere Exkursion bei UPS startete, als der Tag eigentlich schon beendet war: um 23:00 Uhr, mit dem Beginn der Kernarbeitszeit für etwa 3.000 Mitarbeiter. Deren Weg führt durch die Sicherheitskontrolle, erst per Shuttle zu den Frachthallen und dann zu den jeweiligen Arbeitsplätzen. Es sind Nachtmenschen, denen die Arbeitszeit entgegenkommt, um Beruf und Familie zu vereinbaren. Oder deren Biorhythmus einfach eher der einer Eule als einer Lerche entspricht. Sie alle arbeiten, überwiegend in Teilzeit, jede Nacht, dreieinhalb bis sechs Stunden.

Paketlogistik bedeutet hier: bis zu 190.000 Pakete pro Stunde

Der Weg an dem Frachtstandort führt uns vorbei an den einzelnen Arbeitsplätzen, den mehrstöckig verlaufenden Paketbändern, der Sortierhalle und dem Lager. Fast 200.000 Sendungen können in einer Stunde sortiert werden. Vom Eingang bis zum Ausgang ist ein Paket auf den insgesamt 42 Kilometer langen Förderbändern nur rund 15 Minuten unterwegs. Die Herausforderung lautet: In dreieinhalb Stunden aus weltweit unsortiertem Volumen sortiertes Volumen zu machen, die Aircontainer zu befüllen und in die Flugzeuge zu laden.






Um kurz vor drei haben die meisten Flieger den Standort schließlich verlassen. Die letzte Maschine startet um 05.30 Uhr. Am Flughafen Köln/Bonn besteht kein generelles Nachtflugverbot, der Betrieb ist 24/7 möglich. Natürlich war auch der Besuch des Flugfelds Teil der Exkursion, wo sich Studenten gleich auch ein Bild von dem Inneren eines Frachtflugzeugs machen konnten.



Die Dimension der Paketlogistik bei UPS zu erfahren ist immer wieder ein Highlight und bringt wertvolle Eindrücke und Erkenntnisse mit sich. Und jeder, der mit dort war, weiß danach den Service der berüchtigten "Lieferung über Nacht" noch mehr zu schätzen!

Mehr zum UPS Air Hub Köln/Bonn gibt es hier im Video