Auslandserfahrung sammeln viele
Absolventen der DAV. Nach Indien aber möchte im ersten Moment keiner
gehen. „Schade“, findet Christian Herzog, der als Key Account Manager in
Mönchengladbach für Nippon Express arbeitet und mehrere Jahre an
verschiedenen Stationen in Asien verbracht hat – darunter auch
Indien.
„Wenn ich jetzt noch mal anfangen würde, würde ich als erste Auslandserfahrung nach Indien gehen“, meint der gelernte Speditionskaufmann und Verkehrsfachwirt.
Auch im Bereich Warenlagerung ist Indien im besten Fall auf dem Stand Deutschlands von vor zehn Jahren. Ganz aktuell ist, gerade an Knotenpunkten wie Mumbai oder Delhi, der Bau von "Multi Modal Logistics Parks" angesagt. Spannend wird es wenn man sich vor Augen führt, dass der indische Markt in der Speditionsbranche bislang nur zu einem Prozent von den weltweit agierenden Unternehmen besetzt ist – über neunzig Prozent bestehen aus lokalen Kleinunternehmen.
Generell gab Christian Herzog den interessierten Studierenden nach einer ausgiebigen Fragerunde das Fazit mit auf den Weg, dass seine Haltung gegenüber Indien eindeutig positiv ist. Und er empfiehlt, erste Auslandserfahrungen dort zu sammeln.
„Wenn ich jetzt noch mal anfangen würde, würde ich als erste Auslandserfahrung nach Indien gehen“, meint der gelernte Speditionskaufmann und Verkehrsfachwirt.
„Das macht keiner, aber Indien wird China überholen, wenn es wirtschaftlich so weiterwächst.“
In seinem unterhaltsamen wie lehrreichen Gastvortrag an der DAV referierte Herzog über zwei Stunden in der gut gefüllten Kühne-Aula über jenes Land, in das noch keiner der anwesenden Studenten gereist war. Über kulturelle Gepflogenheiten und regionale Unterschiede (Klimazonen, unterschiedliche Sprachen) näherte er sich der Infrastruktur des Landes und damit schließlich auch dem Thema Logistik – aber nicht ohne vorher alle (!) Studierenden eine kleine Vorstellungsrunde absolvieren zu lassen. „Damit ich weiß, wo ihr so herkommt und was ihr macht“, erklärte Herzog gleich zu Beginn seiner Präsentation.
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| Christian Herzog |
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| Mumbai ist die wichtigste Hafenstadt des indischen Subkontinents und mit über 15 Mio. Einwohnern die sechstgrößte Metropolregion der Welt |
Logistik aktuell:
Was ist der Status quo in Indien?Besonders auffällig ist die Tatsache, dass Indien etwa 9,2 mal so groß wie Deutschland ist, im Vergleich allerdings über eine sehr viel schlechtere Infrastruktur verfügt. Der Trend geht allerdings Richtung Zukunft: Indiens Premierminister Narendra Modi hat 2017 angekündigt, das Schienennetz um 80.000 Kilometer Strecke zu erweitern. Momentan läuft in Indien noch ein Großteil des Transports über Seefracht ab.
Herzog zeigte auch Fotos von „abgestellten“ Containern vor (oder eher in der Nähe von) Flughäfen. „Da muss man dann ein paar Rupienscheine rausholen, damit mein Container schneller abgewickelt wird“, erzählte er augenzwinkernd und verwies ein weiteres Mal auf den umtriebigen Premier Modi, der zurzeit stark die Korruption im Land bekämpft.
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| Highway im südindischen Bundesstaat Karnataka |
Auch im Bereich Warenlagerung ist Indien im besten Fall auf dem Stand Deutschlands von vor zehn Jahren. Ganz aktuell ist, gerade an Knotenpunkten wie Mumbai oder Delhi, der Bau von "Multi Modal Logistics Parks" angesagt. Spannend wird es wenn man sich vor Augen führt, dass der indische Markt in der Speditionsbranche bislang nur zu einem Prozent von den weltweit agierenden Unternehmen besetzt ist – über neunzig Prozent bestehen aus lokalen Kleinunternehmen.
Generell gab Christian Herzog den interessierten Studierenden nach einer ausgiebigen Fragerunde das Fazit mit auf den Weg, dass seine Haltung gegenüber Indien eindeutig positiv ist. Und er empfiehlt, erste Auslandserfahrungen dort zu sammeln.
"Nur nicht länger als zwei Jahre, sonst seid ihr für den europäischen Markt nicht mehr zu gebrauchen."
Mehr zu Christian Herzogs Arbeitgeber Nippon Express gibt es hier



