Wissen in der Logistik: kontinuierlich lernen, auffrischen und erweitern

Die Transformation in Transport und Logistik verlangt Mitarbeitern umfangreiches digitales Wissen ab. Vermittelt wird es im Studium der DAV und in den Weiterbildungsangeboten der BVL Seminare. Beide Einrichtungen zusammen bilden den Weiterbildungsbereich der Bundesvereinigung Logistik e.V. (BVL). Von der Nachwuchsförderung bis zur Fortbildung von gestandenen Fach- und Führungskräften.


„Wissen ist der vielleicht wichtigste Schlüssel dafür, die Digitalisierung zu meistern“, erklärt Prof. Klaus-Jürgen Meier, Professor der Fakultät für Wirtschaftsingenieurwesen an der Hochschule für angewandte Wissenschaften München.

„Transport und Logistik entwickeln sich so rasant weiter, dass es zwingend notwendig ist, nicht nur den jeweils aktuellen Stand der Technik zu kennen, sondern auch vorauszuschauen, was in den nächsten zehn bis 20 Jahren passieren soll.“

Meier ist Referent der BVL Seminare mit Sitz in Bremen, für die er bundesweit Weiterbildungen zu den Themen Digitalisierung, Warehouse Management und Produktionsplanung in der Logistik hält. Er ist überzeugt, dass die Veränderungen durch die Digitalisierung so gewaltig ausfallen, dass man sich ihnen nicht entziehen kann und darf, „sonst wird man abgehängt“. Dagegen helfe nur, sich profundes Wissen anzueignen, es lebenslang aufzufrischen und zu erweitern.

Prof. Klaus-Jürgen Meier


Wissen und Selbstbewusstsein
Doch welche Kenntnisse über digitale Technologien und Personalführung in digitalen Zeiten bringen Praktiker in Transport und Logistik wirklich voran? Damit beschäftigen sich die Weiterbildungsangebote der BVL Seminare besonders intensiv. „Die Referenten unserer Seminare vermitteln das Wissen und auch das Selbstbewusstsein, mit dem sich jetzige und zukünftige Mitarbeiter und Führungskräfte den neuen Herausforderungen stellen können“, erklärt Astrid Welina, Marketing-Managerin der BVL Seminare.
Gleiches bestätigt Lars Schyja, Projektleiter Marketing und Kommunikation der DAV für die dortige Ausbildung des Logistik-Nachwuchses: Der Studiengang Internationales Logistikmanagement bereitet mit dem Doppelabschluss Bachelor of Science und staatlich geprüfter Betriebswirt intensiv auf einen sich verändernden Berufsalltag vor.

So diskutiert auch Harald Fischer mit den Studierenden in seinen Kursen an der DAV, was Digitalisierung in ihrer Arbeitswelt ausmacht, was in der Logistik in Zukunft alles noch passieren wird und wie sie sich darauf vorbereiten können.
Der Personalberater und Diplom-Psychologe betreut Kurse zum Thema moderne Personalführung. In diesem Themenbereich sei es beispielsweise in Zukunft unerlässlich, die Mitarbeiter individuell zu fördern:

„Führungskräfte sollten sich heute weniger als Vorgesetzter denn als Coach ihres Teams sehen – als Begleiter, der es den Mitarbeitern ermöglicht, sich mit ihren individuellen Stärken optimal einzubringen.“

Dozenten aus der Praxis
Das Studium an der DAV kann berufsbegleitend oder in Vollzeit absolviert werden – immer ist Vorerfahrung in der Logistik zwingende Voraussetzung. Lars Schyja erklärt: „Die Studierenden haben selbst schon Erfahrungen im Berufsalltag gesammelt. Gleichzeitig kommen unsere Dozenten ebenfalls alle aus der Praxis und sind damit immer am Puls der Zeit. Sie können Wissen absolut anwenderorientiert vermitteln, und Entwicklungen im Arbeitsumfeld fließen unmittelbar in den Unterricht ein.“

Den digitalen Herausforderungen gerecht zu werden erfordert laut Harald Fischer die Kompetenz, Prioritäten zu setzen. „Die Komplexität gerade auch in der Logistik ist enorm gewachsen“, erklärt er. „Aufgaben lassen sich in der Regel nicht mehr schnell und einfach lösen. Manager brauchten deshalb schon immer eine gewisse Gelassenheit, jetzt ist sie aber umso mehr gefragt.“ Ihm ist unter anderem wichtig, dass die Studierenden lernen, effektiv in Teams zusammenarbeiten. „Projektarbeit steht ganz klar im Mittelpunkt“, erklärt er.

Nach dem Start in den Beruf gilt es, dranzubleiben und die individuelle Weiterbildung zu pflegen. Für erfahrene Kollegen in der Branche gilt das umso mehr: „Bei vielen Mitarbeitern in den Unternehmen liegt die Ausbildung viele Jahre oder gar Jahrzehnte zurück“, weiß Prof. Klaus-Jürgen Meier. „Die Technologien, die damals zur Verfügung standen, waren sehr begrenzt. Ich selbst habe in meiner eigenen Schulzeit nie einen Computer gesehen – damit bin ich erst im Beruf in Berührung gekommen.“

Harald Fischer, Inhaber von fmc - fischer management coaching und freier Dozent für Personalmanagement an der DAV


Inhalte jährlich neu angepasst
Bei den BVL Seminaren stehen Systeme, Software, Automatisierung und Digitalisierung inzwischen ganz selbstverständlich im Fokus – denn so bilden sie die Realität des Wirtschaftsbereichs ab, wo Digitalisierung in den verschiedensten logistischen Bereichen längst zum Leitthema geworden ist.

Klaus-Jürgen Meier sieht es daher auch kritisch, wenn gerade Entscheider in Unternehmen wenig über Technologien wissen. „Sie bestimmen, wie sich eine Firma weiterentwickeln soll, und sollten besonders viel Wissen und Know-how haben. Regelmäßige Weiterbildung wäre hier ein ganz wichtiger Hebel, doch dafür nehmen sich Führungskräfte seiner Erfahrung nach oft keine Zeit: „Dabei gibt es sehr effiziente Formate wie die Inhouse-Trainings der BVL Seminare, die auf die individuellen Anforderungen des jeweiligen Unternehmens und Teams zugeschnitten werden.“

Alle Angebote der BVL Seminare werden jährlich überarbeitet und an veränderte Gegebenheiten angepasst. So hat beispielsweise Referent Klaus-Jürgen Meier für das aktuelle Programmjahr gemeinsam mit Kollegen die Seminarrubrik „Warehouse Management“ komplett überarbeitet. „In diesem Bereich verändert sich durch die Digitalisierung besonders viel und das besonders schnell. Daher haben wir die Inhalte neu aufgesetzt“, so Meier.

In all seinen Seminarformaten legt er großen Wert darauf, nicht nur fachliches Wissen zu vermitteln: „Im Rahmen der Digitalisierung von Unternehmen wird in der Regel auch deren Organisation und die Gestaltung von Prozessen umfassend hinterfragt. Damit ändert sich nicht zuletzt auch das soziale Gefüge in den Betrieben. Auf diese Punkte gehe ich ebenfalls ein und erläutere, wie man sich darauf vorbereiten und damit umgehen kann.“
Wichtig ist seiner Meinung nach, Weiterbildung nicht als Lösung, sondern als Impuls zu sehen: „Man kann ein so großes Thema nicht in ein bis zwei Tagen abhandeln“, so Meier. „Aber man kann Optionen aufzeigen und einen Anstoß geben.“ Gute Weiterbildungsangebote sind für ihn deshalb keine einmalige Maßnahme, sondern immer auch eingebunden in einen unternehmerischen Prozess.


Mehr zum Angebot von DAV und BVL Seminaren für Arbeitgeber hier


 Quelle: BVL Magazin, Ausgabe 02/2019