Optimierung in der Logistik: Dozenten-Interview mit Gerold Gloger

In der Logistik geht es um die Planung, Steuerung, Optimierung und Durchführung von Güter-, Informations- und Personenströmen. Dabei wird der gezielten, strategischen Optimierung heutzutage immer mehr Beachtung geschenkt. Gerold Gloger ist fest angestellter Dozent an der DAV und zeigt im Interview auf, worum es genau geht und wie er Studierende auf die Zukunft der Branche vorbereitet.


Was heißt eigentlich „Optimierung in der Logistik“?

Letztendlich ist Optimierung in der Logistik immer die Lösung des Zielkonfliktes zwischen Servicesteigerung und Kostensenkung - und bleibt damit eine ständige Herausforderung. Es ist das tägliche Geschäft der Logistik und nicht nur ein Trend. In der Logistik muss es so laufen, dass Personen, Waren und Informationen zur geplanten Zeit am geplanten Ort sind und mit kurzen Wegen eine hohe Wirtschaftlichkeit erreicht wird. Die Prozesse immer wieder aus unterschiedlichen Perspektiven zu betrachten ist dabei für Studierende die eigentliche Übung!

Gerold Gloger ist seit 30 Jahren Dozent für Logistik am Campus in Bremen



In welchen Branchen drängt das Thema aktuell besonders?
Die Thematik ist jederzeit und über alle Branchen hinweg notwendig. Optimiert werden sollte immer! Das liegt in der Natur der Logistik und ist nicht erst dann ein Thema, wenn es in einzelnen Abläufen hakt, beziehungsweise die Wirtschaftlichkeit des Unternehmens zu wünschen übrig lässt.

Was bedeutet das Thema für Nachwuchskräfte in der Logistik? Ab wann kommen sie damit in Berührung?
Schon in der Ausbildung hat mancher Logistik-Neuling sicherlich gedacht: „Das müsste doch besser gehen. Aber wie?“ Vom ersten Gedankengang bis zur konkreten Änderung einer Struktur im Unternehmen ist es allerdings meist ein komplexer Weg.


Ist die DAV hierbei am Puls der Zeit?
Ich denke ja. Allerdings findet es im Lehrplan als Querschnittsthema anhand strategischer wie operativer Aspekte an verschiedenen Stellen statt und nicht als eine einzige, spezielle Vorlesung.

Das heißt konkret?
Im Fach Mathematik werden z.B. die ersten Grundlagen gelegt: Das Gebiet der Optimierung gehört ja zur angewandten Mathematik und beschäftigt sich damit, optimale Parameter eines (meist komplexen) Systems zu finden. Das trifft auf die Logistik mehr denn je zu.

Bleibt die Thematik an der DAV dann generell mathematisch?
Das hängt vom Unterrichtsfach ab. Im dritten Semester wird sie unter anderem im Rahmen des Moduls "Analyse und Planung in der Logistik" in den Kursen "Methoden der logistischen Analyse" beziehungsweise "Bedarfsermittlung und -prognose" im Hinblick auf quantitative, logistische Problemstellungen vertieft. Darüber hinaus gibt es aber zahlreiche weitere Kurse mit Inhalten zur „Optimierung in der Logistik“ in allen Semestern, die dann eher qualitative Ansätze verfolgen.

Wie schaffen die Studierenden bei der Theorie den Bezug zur Praxis?
Wir bieten immer wieder Gastvorträge von Praxis-Experten und Exkursionen zu Unternehmen an. An verschiedenen konkreten Beispielen wird so wirklich erlebbar, wie Lösungen gefunden und umgesetzt werden. Oft natürlich in Verbindung mit Digitalisierungsaspekten, in letzter Zeit bieten hier gerade Start-ups interessante Ansätze und Einblicke.

Gloger mit DAV-Studenten auf der Breakbulk Europe 2019, der jährlichen internationalen Fachmesse und Konferenz für die Verladung von Schwergut- und Projektladungen



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