Reisebericht Rotterdam: Zu Besuch in einem Welthafen

Gute Organisation ist alles: Nachdem die rund 30 Studierenden des dritten Semesters bereits am Vortag mit dem Bus angereist waren und sich noch einen halben Tag die Stadt ansehen konnten, war der 9. April 2019 straff durchgetaktet mit diversen Besichtigungen im Hafengebiet Maasvlakte in Rotterdam.

Nele Haasner (l.) vom VFA begleitete das Sommersemester 2018 (im April 2018 an der DAV gestartet)


1. Halt: Massengut-Terminal

Das in den 1960er-Jahren künstlich erschaffene Hafengebiet beherbergt auf 12.500 Hektar u.a. das Massengut Terminal für Kohle und Eisenerz, kurz "EMO BV" (Europees Massagoed Overslagsbedrijf). Dort erwartete die Studentengruppe bereits Thomas Hoffmann, an der DAV Dozent für Chemielogistik, der den Tag im Hafen organisierte.

Zusammen mit Herrn Hoffmann und dem Guide Aad Strasters von EMO wurden die Besucher zunächst mit zwei Imagefilmen zu den Geschicken der weltweit agierenden Firma informiert, bevor es mit dem Bus über das weitläufige Gelände zu einigen Stationen ging.
Aad Strasters sorgte für kurzweilige Unterhaltung und ließ die DAVler wissen, dass EMO zu den größten Massengut-Terminals in Europa gehört. Auf 160 Hektar werden hier Kohle und Eisenerz gelagert, gesäubert und gemischt: Fracht kommt an, wird gelöscht und zu Kraftwerken befördert, per eigenem Schienennetz oder per Lkw. Natürlich rund um die Uhr.
Besondere Aufmerksamkeit bekommt der Kohlestaub, der mit einem Suppressionssystem (Wasser plus besondere Chemikalien) auf dem kompletten Gelände in Schach gehalten wird. Mit einer Ableitleistung von 60 Millionen Tonnen gehört EMO damit zu den europäischen Marktführern für den Stahl- und Silikonmarkt.


2. Halt: Container-Terminal

Nachdem der Bus einer schnellen Reinigung unterzogen wurde (ein bisschen Kohle hat dann doch Spuren hinterlassen) ging es weiter zum Container-Terminal, wo eine weitere Führung vom Futureland Maasvlakte auf dem Programm stand. Der pensionierte Speditionskaufmann und Niederländer Will erklärte der Studentengruppe viel zu dem spektakulär großen Containerhafen-Gebiet. Zwar war das Aussteigen aus dem Bus auch hier nirgendwo erlaubt, aber einige Stops an zentralen Punkten mit toller Aussicht sorgten für bleibende Impressionen. Sehr interessant: die vollautomatischen und führerlosen Wagen am Boden, die die Container transportieren.




Ein bisschen Natur durfte auch nicht fehlen: Neben all der Industrie bietet die Maasvlakte eine weitläufige Dünenlandschaft und einen tollen Strand, der für Kitesurfer attraktiv ist. Dass die Maasvlakte eben auch an die Umwelt denkt erzählte Futureland-Guide Will mit einem breiten Grinsen: Sogar ein unter Naturschutz stehender Frosch lebe in dem Gebiet.


3. Halt: Futureland-Museum

Etwas näher dran als an den Attraktionen im Container-Terminal waren die DAV-Studierenden im Anschluss in dem Museum des Futurelands. Dort informierten Schautafeln und Modelle über die Hafenerweiterungen auf der künstlichen Insel - Maasvlakte 2 ist aktuell in Arbeit.
So gehört Rotterdem zu den fünf größten Häfen der Welt und zum größten Europas – kein Vergleich mit einem Besuch in z.B. Bremerhaven.


Knifflig: das Computerspiel mit Virtual-Reality-Brille, in dem man eine Drohne im Hafen fliegt und an ausgewiesenen Zielen landen soll – Schwindelgefühl inklusive. Doch für zu viel "Gaming" war eh keine Zeit, schließlich hatte Thomas Hoffmann noch weitere Programmpunkte vorgesehen. Zunächst in Form eines Mittagessens ...

4. Halt: Neele-Vat

Danach ging es weiter zum Logistikdienstleister Neele-Vat, wo es Warenhäuser für die Lagerung von Chemikalien und Gefahrgütern zu besichtigen gab. Leider war der Zutritt sehr eingeschränkt, so dass eigentlich nur eine Halle von oben angesehen wurde – dennoch interessant, denn in einem Lager sind 66.000 Paletten untergebracht.
Kompliziert bei der Lagerung der Chemikalien ist das Löschsystem (nicht immer mit Wasser, sondern oft mit Schaum oder Kohlendioxid) sowie das Notfallsystem für Mitarbeiter: Innerhalb von einer Minute muss bei einem Alarm das Gebäude geräumt sein.
Plant Manager Alex Dikhoff nahm sich viel Zeit und beantwortete vor Ort alle Fragen der interessierten Studierenden. Mehr zu Neele-Vat Logistics hier.

Bei strahlendem Sonnenschein hieß es nachmittags dann Abschied nehmen von der Maasvlakte und, mit sehr viel Stau in den Niederlanden, sich langsam wieder nach Bremen vorarbeiten (438 Kilometer).
Fazit der Studierenden zu dieser Exkursion: 
Beeindruckend, so einen großen Hafen in der Nähe zu haben. Und spannend, einmal hautnah die dort tätigen Unternehmen miterlebt zu haben

Auch sehr viel Anklang fand der Umstand, dass die Anreise schon einen Tag vorher erfolgte, das Hotel in der Innenstadt lag und so noch genug Zeit zum Sightseeing in Rotterdam blieb.
Gesponsert wurde die Exkursion vom VFA, dem Verein der Förderer und Absolventen der DAV. An dieser Stelle ein herzlichen Dankeschön im Namen aller Teilnehmer, auch an den Organisator Thomas Hoffmann.
Mehr zur Maasvlakte hier.


Info:
Nicht nur Studierende an der DAV bekommen regelmäßig durch Exkursionen Einblicke in modern aufgerüstete Häfen. Auch Teilnehmer an unserer Weiterbildung zum Fachwirt (IHK) für Güterverkehr und Logistik lernen z.B. Rotterdam kennen - mehr dazu hier