"Runde Sache": So funktioniert das berufsbegleitende Bachelor-Studium

Lukas Rodday, Jahrgang 1997, studiert berufsbegleitend an der DAV. Wie ist das so? Im Interview lässt er sein erstes Jahr Revue passieren.


Lukas, du studierst seit genau zwölf Monaten an der DAV. Gleichzeitig arbeitest du bei der L.I.T. Lager & Logistik im Güterverkehrszentrum Bremen. Wie war die Zeit bisher für dich?
Richtig gut! Die Inhalte, Dozenten, der Austausch, das Arbeiten sowohl an der DAV als auch am Arbeitsplatz waren super. Natürlich ist es schwierig, alles unter einen Hut zu bekommen, aber bisher hat es gut funktioniert. Insgesamt ist für mich alles eine runde Sache.


Zusammen mit dreiundzwanzig anderen jungen Berufstätigen aus Bremer und Umland ist Lukas im April 2019 ins dreijährige berufsbegleitende Bachelor-Studium gestartet


Was ist aus deiner Sicht der größte Nutzen am berufsbegleitenden Studieren? Das klingt erst mal anstrengend.
Das war mir von Vornherein klar. Am Anfang war die Umstellung tatsächlich groß, weil ich neben Studium und Arbeit für das Privatleben wenig Zeit hatte. Der große Vorteil ist aber, dass ich zusätzlich zum Bachelor Berufserfahrung sammle. Wenn ich fertig bin, bin ich etwa 25 und habe seit Anfang meiner Ausbildung trotzdem schon sieben Jahre gearbeitet. Gerade in der Logistik sind Theorie und Praxis zwei Paar Schuhe, da ist Berufserfahrung wertvoll.

Und was hast du bisher für dich mitgenommen?

Meine Entwicklung alleine in den letzten sechs Monaten hat mich selbst überrascht. Ich rede anders, denke anders und gehe anders und noch offener auf Menschen zu. Man lernt in Sachen Soft Skills eine Menge. Am Anfang war ich immer sehr nervös, wenn ich eine Präsentation halten sollte. Durch das ständige Üben hat sich das total gegeben und ist überhaupt kein Problem mehr. Auch wenn ich in Kundenterminen sitze, fühle ich mich jetzt ganz anders. Wenn ich z. B. mit dem Supply Chain Leiter eines Kunden Gespräche führe, begegne ich ihm eher auf Augenhöhe.


Warum "Internationales Logistikmanagement" an der DAV studieren und nicht irgendwo anders?
Die DAV ist in der Logistikwelt das Nonplusultra. Wenn man nach der DAV fragt, kennt die irgendwie jeder. Dementsprechend ist der Ruf. Das ist jetzt mein Glück, dass sie in Bremen ist. Gemerkt habe ich das alleine dadurch, welch hochwertige Dozenten dort unterrichten. Ich glaube, wie haben nur einen Dozenten, der Vollzeit unterrichtet.

Alle anderen kommen aus der Praxis und sind Geschäftsführer, Unternehmensberater oder etwas Ähnliches. Dieser Praxisbezug, der ja im Vorfeld angepriesen wurde, ist definitiv vorhanden. Man profitiert extrem von deren Erfahrungswerten.

Manchmal weichen sie vom Lehrplan ab und erzählen uns Geschichten aus ihrer Karriere - die natürlich nicht nur spannend zu hören sind, sondern einem auch enorm weiterhelfen.


Lukas im Gespräch mit Julian Derst, Referent Personalentwicklung bei L.I.T.


Was weißt du, neben den Inhalten, bisher besonders zu schätzen?
Die Gruppendynamik ist total cool. An der Berufsschule war der Kontakt untereinander nicht so da. Jetzt machen wir privat relativ viel zusammen.

Alle sind motiviert und wollen das Gleiche, das verbindet und überträgt sich auch auf das Lernniveau.

Wir waren zusammen im Hochseilgarten und im Bayernzelt auf dem Freimarkt. Außerdem haben wir, auf Anraten unserer Dozenten, Lerngruppen gebildet, wo wir uns zwei Mal in der Woche zur Wiederholung sehen. Ich glaube, das sind Kontakte, die nicht nur jetzt, während der Studienzeit wichtig sind, sondern für später bleiben.


Teambuilding-Workshop im Klettergarten in Kalkriese (Osnabrücker Land)


Was empfiehlst du Leuten, die sich für das Studium interessieren?
Man muss sich extrem gut selbst organisieren können, weil man drei Vorlesungsabende in der Woche hat (Dienstag, Donnerstag, Samstag). Da habe ich eine Menge gelernt, so dass sich bei mir jetzt vieles eingespielt hat. Wenn du mit der entsprechenden Haltung rangehst, ist es das Beste, was man machen kann.

Und woran arbeitest du aktuell bei der L.I.T. Logistik & Lager?
Zurzeit werde ich in einem Neukunden-Projekt eingesetzt und zwar von Beginn an. Das ist besonders spannend, da dieser Kunde nach 27 Jahren das erste Mal den Dienstleister gewechselt hat. Da haben wir alle Prozesse visualisiert und gemeinsam mit dem Kunden neu justiert, damit alles reibungslos läuft, wenn wir dann gemeinsam an den Start gehen - oder zumindest das Allermeiste.
Zusätzlich bin ich dabei, Zertifizierungen für den Standort im Bremer Güterverkehrszentrum zu planen, u. a. ISO und AEO. Wir überlegen uns aufgrund der vielen Rampenkontakte, wie wir Lkw-Anlieferungen und -Abholungen optimieren können. Dafür planen wir ein dynamisches Zeitfenster-Managementsystem.


Ein Studium neben dem Beruf ist eine große Herausforderung. Damit sich junge Mitarbeiter dabei voll und ganz aufs Lernen konzentrieren können und sich keine Sorgen um die Finanzierung machen müssen, vergibt L.I. T. beispielsweise jedes Jahr zwei Stipendien für das berufsbegleitende Bachelor-Studium "Internationales Logistikmanagement" an der DAV in Bremen. Los ging es für den ersten Stipendiaten im vergangenen April. Hier mehr dazu


Das ungekürzte Interview ist nachzulesen in "L.I.T.ERATUR", Ausgabe Nr. 4, dem Magazin der L.I.T. Unternehmensgruppe, welches auch am Campus der DAV ausliegt. Wir bedanken uns bei Dietmar Graeber für die Bereitstellung von Text und Bildmaterial